Presseaussendungen von Omnipublica, Mondsee

Beiträge vom August 2006

Wundersames Mondseeland: Von Schätzen und Goldquellen

August 19, 2006 · Kommentar schreiben

 Neben der Hochkultur blühte im Mondseeland mehr im Verborgenen eine reiche Volkskultur. Einen besonderen Schatz stellen die vielen überlieferten Sagen und Legenden dar. Mag. Anton Reisinger hat sie über Jahre hinweg gesammelt und nun für Jung und Alt neu erzählt. Viele der Erzählungen wurden mit geschichtlichen und geographischen Anmerkungen versehen. Nun sollen über 130 Erzählungen in einem Buch abgedruck und noch heuer herausgegeben werden. Hier nun einige Sagen, die Geld oder Gold zum Thema haben.   Die Vorstellung, verborgene Schätze zu finden und damit reich zu werden oder zumindest dann alle finanziellen Sorgen los zu sein, beschäftigte die Menschen zu allen Zeiten. So wurden auch im Mondseeland früher mehrere derartige Geschichten erzählt. Die riesigen Felsabstürze und Schluchten der sagenumwobenen Drachenwand am Mondsee gaben auch Anlass zu der Vorstellung, dass dort natürliche Goldvorkommen zu finden seien. Darüber erzählt die Sage vom Goldbrünnlein:  Das goldene Bründl Am Fuß der Drachenwand, wo der Klausbach rauscht, entsprang früher unter einem Buchenstock eine Quelle. Vor vielen Jahren kam ein fremder Mann in diese Gegend und blieb auf einem Bauernhof über Nacht. Am nächsten Morgen ging er zu dieser Quelle und stellte einen großen Krug unter den Wasserstrahl. Als er nach einem Jahr wiederkehrte, war der Krug voll mit Goldsand gefüllt. So geschah es viele Jahre. Da wollte der Bauer auch sein Glück versuchen und ging den Spuren des Unbekannten nach, er konnte das goldene Bründl jedoch nicht finden.Einmal kam ein Jäger in die Nähe des goldenen Bründls und fand dort glänzende Steine. Er hob einige davon auf und steckte sie in seine Tasche. Im Wirtshaus zu Plomberg zeigte er den anderen Jägern seinen Fund. Da erhob sich am Nebentisch ein fremder, kleiner Mann und wollte die Steine auch sehen. Er bot dem Jäger dafür dreihundert Gulden. Der fremde Mann hatte erkannt, dass die Steine Goldkörner enthielten. Der Jäger wollte daraufhin noch andere solche Steine holen. Er konnte aber den Platz beim goldenen Bründl, wo die Steine lagen, nicht mehr finden.  Ebenso gehörte das Finden von versteckten oder verlorenen Schätzen zu den geheimen Wünschen der Menschen. Solche Schätze wurden manchmal von Geistern bewacht und die Schatzsucher brauchten viel Mut. Manchmal war es aber nur Ungeschicklichkeit und Habgier, die das erfolgreiche Heben eines Schatzes vereitelten, wie die Sage von der Goldkiste im Mondsee zu berichten weiß. Die Goldkiste Einmal fuhr ein alter Fischer auf den Mondsee hinaus, um seine Netze einzuholen. Da merkte er, dass sich im Netz etwas sehr Schweres befand. Er musste mit aller Kraft ziehen und war dann nicht wenig erstaunt, als sich im Netz eine Kiste mit Gold befand. Aus Freude über dieses Glück rief er die anderen Fischersleute herbei, um ihnen den Schatz zu zeigen. Als diese sich seinem Boot näherten, rief er: „Jetzt können wir jeden Tag so viel Bier trinken, wie wir nur wollen!“ In diesem Augenblick entfiel ihm die Kiste, die er gerade ins Boot heben wollte und versank. Niemand konnte sie mehr finden. Auch im Kloster Mondsee soll einst in Kriegszeiten ein Schatz versteckt worden sein, davon erzählt die nächste Sage. Im Zusammenhang mit dieser Sage sei auf einen Schatzfund im Bereich der Mondseer Kirche hingewiesen. Im Jahr 1975 wurden bei Grabungen in einer Mauer in der Kirche über 6 500 Münzen und 4 Ringe gefunden. Die Münzen stammen aus dem 13. bis 15. Jahrhundert. Der Zeitpunkt der Vergrabung des Schatzes und der Grund dafür ließen sich nicht  feststellen. Der fast 3 1/2 kg schwere Fund ist im Museum Mondseeland in der alten Klosterbibliothek ausgestellt und kann bei einem Museumsbesuch bewundert werden.  Der verborgene Schatz 

Der Sage nach führt vom Hilfberg herab in die Klostergebäude ein unterirdischer Gang. Als einmal Krieg war, wollte der Abt von Mondsee die Kirchenschätze in Sicherheit bringen. So ließ er die goldenen Monstranzen und Kelche in eine Nische dieses Ganges bringen. Anschließend musste ein Maurer den Zugang vermauern. Ihm waren beim Hin- und Rückweg die Augen verbunden worden, damit er die Stelle nicht mehr finden könne. Der Abt und ein alter Klosterbruder, die den Ort des Schatzes noch kannten, starben bald darauf. Heute ist der unterirdische Gang verfallen und die Stelle des Schatzes unauffindbar. 

Abdruck bei Titelenennung honorarfrei

Rückfragehinweis: Wolfgang Mierl, Omnipulica, Mondsee  

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Vor 500 Jahren: König Maximilian I. verkauft das Mondseeland

August 14, 2006 · Kommentar schreiben

Dr. Hans Hoffmann hat für das Jubiläumsjahr das Stück „Vor 500 Jahren: König Maximilian I. verkauft das Mondseeland“ geschrieben. Beim Mittelalterfest wird das Werk am Samstag, 2. September, um 20.00 Uhr von der Jungen Bühne Mondsee auf der Bühne vor der Basilika uraufgeführt. Eine weitere Aufführung findet am Sonntag um ca. 12. Uhr, im Anschluss an den Festakt, statt. Maximilan I, König und später auch Kaiser des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ war in der zweiten Hälfte seines Lebens in immer größere fi nanzielle Abhängigkeit vom gerissenen Augsburger Bankier Jakob Fugger geraten. Der war zeitweise nämlich der Einzige, der den Habsburger noch für kreditwürdig hielt. Das reiche Erbe von seiner früh verstorbenen ersten Gemahlin Maria von Burgund war längst aufgebraucht, und so musste Maximilian immer wieder Kredite bei den Fuggern aufnehmen. Die hohen Zinsen, die der König dafür laufend zu bezahlen hatte, ärgerten ihnschwarz. Und so kam es wie gerufen, als ihm sein bayrischer Schwager, Herzog Albrecht, vor genau 500 Jahren, als Dank für großzügige militärische Hilfe im bayrisch-pfälzischen Erbfolgekrieg,einige Ländereien schenkte. Darunter waren nicht nur Gemeinden am Inn mit der Festung Rattenberg, sondern vor allem unser Mondseeland. Wie es König Maximilian bewerkstelligen wollte, sich mit Hilfe seiner neuen Besitzungen aus der Fugger´schen Umklammerung zu befreien, davon erzählen vier kleine Szenen, die anlässlich des Marktfestes in historischen Kostümen vor der Basilika gespielt werden. Letzten Endes verkaufte Maximilian I das Kloster Mondsee samt Umland nicht an die Fugger, sondern an den Erzbischof vonSalzburg. Dass die zunächst dort und dann in Mondsee geführten Verhandlungen nicht ganz problemlos verlaufen, macht den besonderen Reiz des kleinen Theaterstücks aus. Die Persondes königlichen Geldeintreibers Blasius Hölzl sorgt dafür, dass im spätmittelalterlichen Geschehen auch der Humor nicht zu kurz kommt. Ganz zum Schluss, als der mittlerweile zum Kaiser gekrönte Maximilian I. als reuiger Sünder die Bilanz seines Lebens zieht, sind Ähnlichkeiten mitdem „Jedermann“ nicht zufällig, sondern durchaus beabsichtigt. Und die Fassade der Basilika gibt dazu ja auch die entsprechende Kulisse ab.

 

Rückfragehinweis: Omnipublica, Mondsee

Kategorien: 500 Jahre Mondseeland bei Österreich
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